Ein Dankeschön nach der Kampfmittelräumung
Osnabrück, 29.10.2026. Mit einer After-Work-Veranstaltung in der OsnabrückHalle haben die Lok-Viertel-OS GmbH und die Stadt Osnabrück Mitstreitern, Nachbarn und Unterstützern gedankt. Anlass war ein entscheidender Meilenstein in der Entwicklung des Lok-Viertels: die erreichte Kampfmittelfreiheit auf dem 22 Hektar großen Areal, direkt am Osnabrücker Hauptbahnhof gelegen. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung für die weitere Entwicklung des urbanen Modellquartiers geschaffen.
Die Revitalisierung des Geländes war in den vergangenen zwei Jahren mit besonderen Herausforderungen verbunden. Das ehemalige Güterbahnhofareal stand gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im Fokus von Luftangriffen. Die Suche nach Kampfmitteln und deren Bergung waren entsprechend aufwendig. Mehrere Evakuierungen waren notwendig, um die Kampfmittelfreiheit herzustellen. Für die Menschen im Umfeld waren die Evakuierungen mit wiederholten Einschränkungen und hohem organisatorischen Aufwand verbunden.
„Was in den vergangenen zwei Jahren auf diesem Areal geleistet wurde, ist außergewöhnlich. Unser Dank gilt allen Beteiligten – neben den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern besonders den Nachbarn, die die notwendigen Evakuierungen mitgetragen haben“, erklärte Felix Osterheider, Beiratsvorsitzender der Lok-Viertel-OS GmbH. Er ergänzte: „Die aufwendige Kampfmittelräumung wurde maßgeblich durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) aus dem Programmgebiet „Stärker entwickelte Region“ und des Landes Niedersachsen unterstützt.“ Osterheider dankte namens des Vorhabenträgers für diese existentiell notwendige Unterstützung: „Ohne die Hilfe aus Brüssel und Hannover hätte das Areal bis heute nicht weiterentwickelt werden können.“
Der Abend würdigte das Zusammenspiel von Fachunternehmen, öffentlichen Partnern, Fördergebern und dem Umfeld des Lok-Viertels. Stadtbaurat Thimo Weitemeier beleuchtete die Impulse, die vom Lok-Viertel für Osnabrück und ganz Niedersachsen ausgehen - er erklärte: „Das Lok-Viertel besitzt insbesondere auf Basis seiner Prozessqualität eine Vorbildwirkung, die weit über unser Bundesland hinausgeht.“ Das konsequent nachhaltig konzipierte und entsprechend in der Umsetzung befindliche Quartier zeige, was das Zusammenspiel von privater Initiative mit einer kooperativen öffentlichen Hand ermögliche. „Da sind wir in Niedersachsen im bundesweiten Vergleich vorne.“
Thomas Hartmann vom Ingenieurbüro Mull & Partner sowie Jens-Peter Zuther von Köster Bau gaben detaillierte Einblicke in den Ablauf der umfangreichen Kampfmittelsondierung und -bergung. Hartmann lobte die kollegiale Zusammenarbeit öffentlicher und privater Akteure. „Die EFRE- und Landesmittel waren die Voraussetzung für die umfangreiche Flächenrevitalisierung“, verdeutlichte er. Abschließend präsentierte Jens-Peter Zuther beeindruckende Zahlen zu den bisherigen Bodenbewegungen. So seien bis jetzt schon 240.000 Kubikmeter Boden bewegt worden – und die größten Anteile blieben zur weiteren Verwendung auf der Fläche. Zudem erklärte er, dass das Lok-Viertel zu einem der ersten komplett digital dokumentierten Quartieren in Deutschland zähle.
Mit der erreichten Kampfmittelfreiheit richtet sich der Blick nun auf die nächsten Schritte. Die Erschließung steht an und soll im Frühjahr 2027 starten. Das urbane Modellquartier stößt bereits über Osnabrück hinaus auf Interesse aus ganz Deutschland, zu nahezu jeder der 40 Parzellen sei bereits mit einem oder mehreren Interessenten gesprochen worden.
Foto (Quelle: Hermann Pentermann)